Das Spiel
Wieder ein Last-Minute-Tor zum Achtelfinal-Einzug! Wie Kanada zum Auftakt der K.o.-Phase macht auch Brasilien im zweiten Sechzehntelfinal erst in der Nachspielzeit den Sack zu. Arsenals Gabriel Martinelli verwertet ein starkes Zuspiel von Bruno Guimarães.
Das Duell des Rekordweltmeisters (5 Titel) mit dem Geheimtipp Japan wird zum wohltuenden Offensivfussball nach dem Geknorze zum K.o.-Runden-Auftakt zwischen Kanada und Südafrika. Brasilien macht den Anfang, kommt zum Beispiel durch Cunha (14.) zu einem gefährlichen Abschluss.
Doch das Tor macht Japan. Mainz-Star Sano machts im Alleingang. Da hüpft sogar Japan-Trainer Hajime Moriyasu (57) an der Seitenlinie. Der Mann, der Tore zuweilen auch ohne mit der Wimper zu zucken entgegennehmen kann.
Doch seine Miene verfinstert sich. Denn Brasilien dreht in der zweiten Halbzeit auf. Chaos, Ausgleich, Pfostentreffer – alles im Zweiminutentakt. Der fünffache Weltmeister lässt Japan kaum mehr atmen. Die Brasilianer schlagen über 700 und damit mehr als doppelt so viele Pässe wie Japan. Bis sich die Dominanz kurz vor dem Gang in die Verlängerung auszahlt.
Die Tore
29. Minute, Sano, 0:1: Was für ein Moment für das erste Länderspieltor. Bundesliga-Star Kaishu Sano (25) von Mainz liest vor der Mittellinie einen halbherzigen Pass von Brasilien-Verteidiger Danilo und stürmt dann los. Sano zieht vor dem Strafraum ab, sein Schuss ist für Alisson Becker zu platziert. Der Liverpool-Goalie streckt sich vergebens.
56. Minute, Casemiro, 1:1: Verteidiger Gabriel schlägt eine scharfe Flanke auf den zweiten Pfosten, Manchester Uniteds Casemiro köpfelt wuchtig ein. Neun Premier-League-Tore hat er in der abgelaufenen Saison erzielt, nun klappts auch erstmals an dieser WM.
95. Minute, Martinelli, 2:1: Schwerwiegender Fehler von Japans Tanaka. Eigentlich muss er den Ball nur weghauen. Doch er verliert ihn an die Brasilien-Offensive. Bruno Guimarães findet mit einem herausragenden Pass den Siegtorschützen Gabriel Martinelli. Der Arsenal-Star kam in der 66. Minute als Joker.
Das gab zu reden
Das Comeback-Märchen hat Brasiliens Superstar Neymar (34) schon in der Gruppenphase geschrieben. Drei Jahre nach dem letzten Spiel betrat er für die Seleção wieder den Platz. Diesmal lässt ihn Startrainer Carlo Ancelotti (67) auf der Bank.
Das gab zu reden II
Einmal mehr ist der Schweizer Top-Schiri Sandro Schärer (38) im Einsatz – einmal mehr nur als vierter Offizieller an der Seitenlinie zwischen den Spielerbänken. Noch sind nicht alle Sechzehntelfinal-Schiris angesetzt. Doch ob Schärer noch zum WM-Debüt als Schiedsrichter kommt, steht in den Sternen.
Es ist etwas, das Schiri-Legende Urs Meier nicht versteht. «An dieser WM haben Schiedsrichter gepfiffen, die nicht annähernd auf dem Niveau von Schärer sind. Sollte er tatsächlich nicht mehr zum Zug kommen, hätte ich dafür absolut kein Verständnis», sagte der 67-Jährige in seiner Zwischenbilanz vor der K.o.-Phase zu Blick.
So gehts weiter
Gleich im Anschluss will Deutschland die vielen Kritiker nach der Vorrunde verstummen lassen. Um 22.30 Uhr Schweizer Zeit folgt der Sechzehntelfinal unseres nördlichen Nachbarn gegen Paraguay. In der Nacht folgt der Kracher zwischen Holland und Marokko (3 Uhr).
Und Brasilien? Die Samba-Kicker treffen am Sonntag um 22 Uhr im Achtelfinal auf die Elfenbeinküste oder Norwegen.






