Der Schock sitzt den Deutschen tief in den Knochen. Auch in den Tagen nach dem Paraguay-Debakel kommt Fussball-Deutschland nicht zur Ruhe.
Auf Instagram melden sich zahlreiche Spieler zu Wort. Und entschuldigen sich bei den Fans. «Wir haben Deutschland enttäuscht. Das sitzt», schreibt Deniz Undav. «Wir sind mit grossen Träumen gekommen, haben als Mannschaft alles gegeben, und dennoch war es nicht genug. Es wird Zeit brauchen, aber wir kommen wieder», heisst es von Florian Wirtz.
Besonders emotional zeigt sich Joshua Kimmich. Der Captain schreibt: «Ich bin gerade einfach nur leer und mir ist überhaupt nicht danach, mich zu melden. Aber es gehört dazu, sich auch diesen Situationen zu stellen. Wir sind gescheitert. Mal wieder. Und das macht mich fertig.» Die Enttäuschung sei gross, doch Aufgeben sei keine Option, fährt der Bayern-Star fort.
«Ich würde ihn wieder schiessen»
Auch die drei Penalty-Fehlschützen melden sich. Kai Havertz schreibt: «Als Team tut es uns unheimlich leid, dass wir die Erwartungen der Nation nach einem so positiven Start nicht erfüllen konnten.» Nick Woltemade wollte «Verantwortung übernehmen». «Das bedeutet aber gleichzeitig, mit den Konsequenzen leben zu müssen – auch wenn es wehtut.»
Einen langen Text postet Jonathan Tah. «Der verschossene Elfmeter ist mir schon Tausende Male durch den Kopf gegangen und man versucht, ihn in seinen Gedanken irgendwie doch ins Tor zu lenken. Aber die Realität ist, dass der Ball nicht drin war. Und das tut weh», heisst es darin unter anderem. Dennoch: «Ich würde ihn nächstes Mal wieder schiessen! Mit voller Überzeugung und Zuversicht, ihn für Deutschland reinzumachen.»
Ebendieser Tah sah sich nach dem Aus mit diversen – teils auch rassistischen – Hasskommentaren konfrontiert. Der DFB kritisiert solche Kommentare scharf. Auf Instagram heisst es deshalb: «Der Kritik an unseren Leistungen stellen wir uns. Sie ist berechtigt und gehört zum Sport. Hass aber gehört nicht dazu. Rassismus und andere Diskriminierungen akzeptieren wir nicht.»
Harte Worte von Kroos
Medien und Experten hauen weiter auf die DFB-Elf ein. Ex-Fussballer Toni Kroos sagt in seiner Tiktok-Sendung «Kroos & Kroos: die WM unter der Lupe»: «Wir haben aktuell keinen einzigen Weltklasse-Spieler. Die Weltklasse-Spieler entscheiden gerade die ganzen WM-Spiele. Und die stehen da in der Torschützenliste, wo die Weltklasse-Spieler eben stehen. Da haben wir keinen einzigen, da müssen wir auch ehrlich sein.»
Zudem kritisiert der Weltmeister von 2014 die Mentalität. «Wir glauben, dass wir besser sind als Paraguay – wir werden schon irgendwie gewinnen.» Und sein Gast Michael Ballack stimmt zu: «Wenn zwei Mannschaften sich auf Augenhöhe begegnen, geht es um Willen und Persönlichkeit. Und ich glaube, da haben wir ein grosses Defizit. Wir müssen auch in der Jugend wieder dahinkommen, Persönlichkeiten zu entwickeln und zuzulassen.»
Auch Tage nach dem blamablen WM-Aus rumort es in Deutschland also weiter. Und Ruhe ist noch lange nicht in Sicht.
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