Kritik nach Startpleite
«Durchgefallen!» WM-Frust statt Euphorie bei den Türken

Nihat Kahveci absolvierte 69 Länderspiele für die Türkei und war beim sensationellen dritten WM-Rang 2002 Teil des Teams. Nach der Startniederlage in Vancouver gegen Australien spart der 46-Jährige nicht mit klaren Worten.
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Für Arda Güler und die Türken beginnt die WM 2026 mit einer negativen Überraschung.
Foto: IMAGO/Anadolu Agency
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Yannick PengRedaktor Sport-Desk

Die ganze Türkei hat diesem Moment sehnsüchtig entgegengefiebert – und dann enttäuscht Vincenzo Montellas Team auf ganzer Linie. Im ersten WM-Spiel seit dem sensationellen dritten Rang 2002 unterliegen die Türken in Vancouver überraschend den abgezockten Australiern mit 0:2.

Die Kritik lässt nicht lange auf sich warten. Besonders Nihat Kahveci hält mit scharfen Worten nicht zurück. «Es gab niemanden, der irgendetwas richtig gemacht hat. Wir konnten nicht einmal ansatzweise das Spiel zeigen, das man von uns erwartet», ärgert sich der ehemalige türkische Nationalspieler, der vor 24 Jahren beim WM-Turnier in Südkorea und Japan zu zwei Teileinsätzen kam, gemäss «Fanatik».

Auch Montella, der italienische Trainer der Türken, wird von Kahveci hart angegangen. «In diesem Moment ist er für mich durchgefallen», poltert der 46-Jährige und blickt dabei auf die 80. Minute zurück. Als der Türkei nur noch eine heroische Aufholjagd weiterhelfen würde, nimmt Montella zwei positionsgetreue Wechsel vor – im Mittelfeld (Salih Özcan für Ismail Yüksek) und hinten rechts (Mert Müldür für Zeki Celik). Kahveci: «Ich habe mich gefragt: ‹Was ist los?› So etwas hatte ich nicht erwartet.»

«Wir mussten in diesem Moment den Konter verhindern», verteidigt sich Montella. «Arda (Güler, Anm. der Redaktion) und Hakan (Calhanoglu) haben schon lange keine 90 Minuten mehr gespielt. Wir mussten ihnen Spieler zur Seite stellen, die ihnen Energie geben konnten.»

Ein türkischer Nebenschauplatz?

Der angesprochene Captain Calhanoglu selbst blickt bereits wieder nach vorne. «Manchmal ist es gut, einen Schlag einzustecken, um wieder auf die Beine zu kommen.» Die zwei weiteren Vorrundengegner der Türkei sind am Freitag Paraguay und am Donnerstag in einer Woche die USA. «Jeder muss besser und disziplinierter spielen», mahnt Calhanoglu.

Womöglich hatten die Türken den Kopf auch nicht ganz bei der Sache. Stichwort Nebenschauplätze. Vor dem Match gegen die Australier machte ein Video, das türkische Spieler rauchend auf dem Hotelbalkon zeigen soll, die Runde im Internet.

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