Darum gehts
- Kroatien scheidet bei der WM 2026 im Sechzehntelfinal gegen Portugal aus
- VAR annulliert Gvardiols Tor wegen minimaler Ballberührung von Matanovic
- Trainer Dalic kritisiert VAR: «Er tötet die Emotionen, er tötet alles»
Die angezeigten zehn Minuten Nachspielzeit sind längst abgelaufen, da jubeln die Kroaten. In der 103. Minute erzielen sie den vermeintlichen 2:2-Ausgleich und retten sich im Sechzehntelfinal gegen Portugal in die Verlängerung. Doch der Jubel bleibt Luka Modric und Co. im Hals stecken. Denn der VAR schaltet sich ein. Der norwegische Schiedsrichter Espen Eskas geht zum Bildschirm und erklärt wenig später: Offside, das Tor zählt nicht.
Dramatischer hätte das nicht zustande kommen können. Ivan Perisics Flanke landet über mehrere Stationen bei Josko Gvardiol, der einnetzt. Zum Abseits kommts, weil Igor Matanovic hochsteigt und den Ball wohl mit den Haaren ganz leicht berührt. Dadurch entsteht eine neue Situation – und Gvardiol steht plötzlich im Abseits.
Auf die Szene angesprochen, meint Matanovic nach der Partie: «Ich glaube, ich habe nur eine leichte Berührung an meinen Haaren gespürt.» Er sei sich aber nicht zu 100 Prozent sicher gewesen, weshalb er den Schiedsrichter fragte. Dieser habe ihm erklärt, dass der Chip im Ball einen leichten Kontakt registriert habe. Deswegen ist es zum Abseits-Entscheid gekommen.
«Es tut brutal weh»
Ein Entscheid, der die Kroaten schmerzt. «Es tut brutal weh», so Matanovic. Trainer Zlatko Dalic (59) findet klare Worte. «Das war eine sehr schlechte Schiedsrichterleistung», sagt er gegenüber Reportern. Gleichzeitig betont Dalic, dass er keine Ausreden suchen werde. «Wir hätten das Spiel schon früher gewinnen können.»
Dalic ist der Meinung, Kroatien sei unverdient ausgeschieden. Und beklagt sich gleichzeitig über den VAR. Er sagt zwar nicht, dass dieser nicht manchmal hilfreich sein könne. «Aber er tötet die Emotionen, er tötet alles, er tötet das, was man gerade erlebt, und es ist nicht leicht, mit all dem umzugehen.»
Ähnlich tönt es von Dejan Lovren (36). Die kroatische Fussball-Legende (78 Länderspiele von 2009 bis 2023) spricht gegenüber dem Fernsehsender HRT von einer schmerzhaften Art, bei der WM auszuscheiden. «Es ist besser, ich bin nicht da, denn ich brenne buchstäblich innerlich.»


