Vom Maschinenführer zum WM-Star
Sein Förderer erzählt die Undav-Geschichte

Deniz Undav ist Deutschlands Edeljoker an dieser WM – doch sein Weg an die Spitze begann nach einer Aussortierung bei Werder Bremen in der Regionalliga. Sein damaliger Trainer Alexander Kiene spricht über Undavs Disziplin und einen legendären Panenka.
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Deniz Undav ist der Mann der Stunde in Deutschland.
Foto: imago/kolbert-press

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Deniz Undav erzielte in 56 Minuten bei der WM fünf Skorerpunkte
  • Der 29-Jährige war einst Maschinenführer und liebt Döner
  • Trainer Nagelsmann zögert, ihn gegen Ecuador in die Startelf zu setzen
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Ecuador dreht sich in Deutschland alles um die Frage: Soll Edeljoker Deniz Undav (29) in die Startelf oder nicht? Fünf Scorerpunkte hat der Stürmer an dieser WM bislang gesammelt – und das in nur 56 Einsatzminuten.

Trainer Julian Nagelsmann (38) steht vor einem Luxusproblem. Dabei hätte Undavs Karriere auch ganz anders verlaufen können. Gut möglich, dass er heute als Maschinenführer auf dem Bau arbeiten würde, wäre er vor knapp zehn Jahren nicht auf Alexander Kiene (48) getroffen. Der heutige Fussballexperte hat ein Händchen für Stürmer. Nach dem Deutschen brachte er auch noch den Solothurner und heutigen bosnischen Nati-Spieler Haris Tabakovic (32) bei Austria Lustenau auf die Erfolgsspur.

Deutschland-Star ist gelernter Maschinenführer

Undav ist zunächst aus dem Nachwuchsleistungszentrum von Werder Bremen aussortiert worden. «Über die Jugend kam er zu uns in die Regionalliga zum TSV Havelse», erinnert sich der damalige Trainer Kiene im Gespräch mit Blick. Warum es bei Bremen nicht gereicht hatte? Undav war körperlich noch nicht auf dem gewünschten Niveau, eher klein gewachsen und hatte ein paar Kilos zu viel auf den Rippen.

Fussballerisch sei Undav hingegen schon damals herausragend gewesen. «Was Schusstechnik und Torinstinkt betrifft, war er ein aussergewöhnliches Talent», sagt Kiene. Bei Havelse in der Region Hannover absolvierte der heutige Stuttgart-Stürmer nebenbei eine Ausbildung zum Maschinenführer, um seine Eltern nicht finanziell zu belasten. «Er arbeitete morgens ab 7 Uhr und kam am Nachmittag ins Training», erinnert sich Kiene.

Undavs Vorliebe für Döner

In Havelse konnte Undav als 19-Jähriger den Schalter umlegen. «Er brauchte ein Umfeld und Menschen, die ihn begleiten, sowie klare Strukturen – bei Ernährung, Regeneration und im Alltag. Genau das haben wir ihm gegeben», erklärt Fussballlehrer Kiene. Disziplin und das entsprechende Mindset seien etwas gewesen, das der Stürmer in der Karriere erst entwickeln musste.

Dass Undav früher gerne mal einen Döner genossen hat, ist kein Geheimnis. Inzwischen weiss auch er, wie wichtig die Ernährung im Profisport ist, auch wenn er aus seiner Vorliebe für den Döner bis heute keinen Hehl macht. «Ernährung ist ein wichtiger Teil des Profidaseins. Man darf sich schon auch einmal etwas gönnen – aber nicht jeden Tag», sagt Kiene. Sich voll auf den eigenen Körper zu fokussieren, fit zu sein und das Leben als Profi konsequent zu leben – genau das seien die Dinge gewesen, die Undav erst habe lernen müssen.

Die Panenka-Anekdote

Trotz aller Entwicklung hat sich Undav eines bewahrt: seinen eigenen Kopf. Ihn müsse man so nehmen, wie er ist. Das sei schon damals so gewesen. «Eine Woche, nachdem er einen Penalty verschossen hatte, bekamen wir wieder einen Elfer zugesprochen. Und er versuchte es mit einem Panenka. Der Torwart blieb stehen und fing den Ball. Ich war richtig sauer und habe ihn später sogar ausgewechselt. Aber genau das ist Deniz Undav: Trotz des verschossenen Elfmeters zuvor geht er wieder hin und hat das Selbstvertrauen für einen Panenka. Damals hat mich das auf die Palme gebracht, heute kann ich darüber schmunzeln. Genau das zeichnet ihn aus.»

Und gehört Undav nun gegen Ecuador in die Startelf? Kiene muss nicht lange überlegen: «Verdient hätte er es definitiv. Als Trainer halte ich mich aber gerne an Dinge, die funktionieren. Und bislang hat es hervorragend funktioniert, dass Nagelsmann ihn als Joker gebracht hat.»

Dabei wird es wohl auch bleiben, wie Nagelsmann an der Pressekonferenz klargestellt hat. 

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