«Es ist schon etwas komisch»
Warum wartet Schiri Schärer noch auf den ersten WM-Einsatz?

Sandro Schärer ist an dieser WM bislang als Hauptschiedsrichter noch nicht zum Zug gekommen. Urs Meier erklärt, weshalb das noch kein schlechtes Zeichen sein muss.
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Zum ersten Mal seit 2010 stellt die Schweiz mit Sandro Schärer (38) wieder einen Schiedsrichter an einer Weltmeisterschaft. Bislang kam er allerdings nur als vierter Offizieller zum Einsatz. Auf sein erstes Spiel als Hauptschiedsrichter wartet er noch immer.

Und daran wird sich in der Gruppenphase nichts mehr ändern. Die Fifa hat inzwischen alle Partien der Vorrunde angesetzt – Schärer erhielt keine davon. Während andere Referees bereits zweimal gepfiffen haben, steht der Schweizer noch bei null Einsätzen. Eine überraschende Entwicklung. Auch Blick-Schiedsrichter-Experte Urs Meier (67), der selbst an mehreren Weltmeisterschaften im Einsatz stand, zeigt sich erstaunt. «Es ist schon etwas komisch», sagt er.

Winkt wieder ein Spitzenspiel?

Trotzdem zweifelt Meier nicht daran, dass Schärer im weiteren Turnierverlauf noch zum Zug kommen wird. «Ich sehe überhaupt keine Gefahr, dass er an dieser WM nicht eingesetzt wird. Im Gegenteil: Sein Spiel wird kommen. Und ich glaube, dass er noch eine ganz wichtige Rolle spielen wird.»

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Sandro Schärer ist der erste Schweizer Schiedsrichter an einer WM seit 2010.
Foto: TOTO MARTI

Ob ihm sogar ein Spitzenspiel winkt? So wie im Frühling, als Schärer mit dem Champions-League-Halbfinal-Hinspiel zwischen PSG und Bayern München (5:4) die bislang grösste Partie seiner Karriere leitete? Die nächsten Tage werden Aufschluss darüber geben.

«Er muss mental frisch bleiben»

Einfach werde die Situation dennoch nicht. «Auch Schiedsrichter müssen in einen Rhythmus kommen, um ihre beste Leistung abrufen zu können», erklärt Meier. «Ich habe an Weltmeisterschaften zweimal erlebt, dass Referees, die erst sehr spät zum Einsatz kamen, nicht mehr parat waren für die Spiele.»

Sein Rat an Schärer ist deshalb simpel: «Er muss mental frisch bleiben und jederzeit bereit sein, wenn die Chance kommt.»

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