Ivorischer Trainer übt Kritik
Schweinsteiger wehrt sich gegen Rassismus-Vorwurf

Bastian Schweinsteigers Aussagen über die ivorische Nationalmannschaft schlagen hohe Wellen. Jetzt schaltet sich der ivorische Nationaltrainer ein und wirft dem TV-Experten Rassismus vor. Und das, obwohl er ihn einst verehrte.
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Emerse Faé nervt sich über Aussagen von Bastian Schweinsteiger.
Foto: FIFA via Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Bastian Schweinsteiger sorgt mit Aussagen über «afrikanischen Fussball» für Kritik
  • Der ivorische Trainer Emerse Faé findet die Kommentare enttäuschend und möglicherweise rassistisch
  • Die Elfenbeinküste spielt am Dienstag um 18 Uhr gegen Norwegen oder Frankreich
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Björn LindroosRedaktor Sport

Bastian Schweinsteiger (41) sorgte im deutschen TV mit seinen Aussagen für Aufsehen. Er beschrieb in der ARD die Spielweise der ivorischen Mannschaft bei deren 1:2-Niederlage gegen Deutschland als «afrikanischen Fussball». Dieser sei «manchmal etwas unorthodox, ein bisschen wild, unberechenbar».

Eine Rassismusdebatte resultierte aus den Aussagen. Und jetzt schaltet sich auch noch der ivorische Nationaltrainer Emerse Faé (42) in die Diskussion ein. Er zeigt sich enttäuscht: «Das ist traurig. Er war ein grossartiger Spieler. Ich liebe ihn persönlich und mochte die Art, wie er gespielt hat. Ich wurde Bastian genannt, weil ich ihn so verehrt habe. Als ich seine Kommentare hörte, war ich persönlich enttäuscht.»

«Weiss nicht, was in seinem Kopf vorgeht»

Und der Ivorer, der einst selbst Nationalspieler war, geht noch weiter: «Wenn man den Fussball so gut kennt wie Schweinsteiger, ist es komisch, wenn du solche Aussagen tätigst. Wir können es rassistisch nennen.» Faé hofft, dass es sich nur um einen einmaligen Ausrutscher seines einstigen Lieblings handelt: «Ich hoffe, dass es nur ein unreflektiertes und ungeschicktes Statement war. Ich weiss nicht, was in seinem Kopf vorgeht.»

Schweinsteiger selbst äussert sich schliesslich am Freitagabend zum Rassismus-Vorwurf: «Ich habe über Fußball gesprochen, nicht über Menschen. Das ist eine Fußballanalyse. Nicht mehr und nicht weniger. Auf keinen Fall wollte ich jemandem zu nahe treten», lässt sich der Weltmeister von 2014 in einer Stellungnahme der ARD zitieren.

ARD-Sportkoordinator stellt sich hinter den Experten

Auch Axel Balkausky (64), Sportkoordinator beim deutschen TV-Sender, gibt an, in Schweinsteigers Aussagen «keine Form von Rassismus entdecken» zu können. Er gehe davon aus, dass ein Austausch mit dem ARD-Experten auch Faés Verdacht aus der Welt schaffen würde – und fügt an: «Vielleicht kommt es ja noch zu einer solchen Gelegenheit im Laufe des Turniers.»

Schweinsteigers Aussagen haben in den vergangenen Tagen für viel Gesprächsstoff gesorgt. So brach Expertenkollege Jürgen Klopp (59) ein Interview ab, nachdem er auf die Aussagen des Weltmeisters von 2014 angesprochen wurde.

Sportlich gehts für die Elfenbeinküste kommenden Dienstag um 18 Uhr Schweizer Zeit weiter. Dann treffen die als Gruppenzweite qualifizierten Afrikaner im Sechzehntelfinal auf Norwegen.

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